Der Weimaraner ist eine relativ junge Rasse, wenn man sich auf geschichtliche Erkenntnisse berufen kann, die bis zum Start des 19.Jahrhunderts zurück reichen.
Der Bloodhound scheint einer seiner Vorfahren zu sein, nicht unbedingt in direkter Linie, wohl aber in gewichtiger Weise. Untersuchungen über den Ursprung der Rasse des Weimaraners stoppen da, wo Historiker geschichtlich gesehen zum "Roten Schweisshund" gelangen. Es ist schwer vorstellbar, dass keine der Schweisshundarten, die zur Zeit der Kreuzzüge in Europa gut etabliert waren, zum Bloodhound wiesen. Eigentlich wurde der "Black and Tan" Schweisshund, den man in der Nähe von Hannover fand,mit vielen charakteristischen Merkmalen des Bloodhoundes beschrieben. Allerdings gehörte er einer Rasse an, die eine Schulterhöhe von 21 inches hatte, wo hingegen der Bloodhound eine durchschnittliche Schulterhöhe von 26 inches hatte.
Der Weimaraner, den wir heute kennen, ist ein Produkt selektiver Zucht von wohlüberlegten Kreuzungen, verfolgt von Generationen der Liniezucht um Typ und Qualität zu festigen. Er kommt aus den gleichen generellen Beständen, die eine Reihe deutscher Jagdhunderassen produziert haben - einer seiner Vetter ist der Deutsch Kurzhaar. In seinen frühen Tagen wurde der Weimaraner bloss unter dem Namen "Weimarer Pointer" bekannt.
Seitdem ist der Weimaraner sowohl höher als auch schwerer geworden, aber die charakteristische Farbe, die als silbergrau oder mausgrau beschrieben wird, ist beinahe die gleiche.
In seiner gesammten frühen Geschichte ist der Weimaraner von noblen Jägern vom Hof zu Weimar ”gesponsort” worden. Lange war man an viele verschiedene Formen der Jagd gewöhnt, so dass diese Männer sich dazu entschlossen, alle die Qualitäten verschiedener Jagdhunderassen, die sie bei ihren Streifzügen auf zahlreichen Jagden in Deutschland für brauchbar erachteten in einer Rasse zusammen zu legen. Kurz gesagt, dieser Hund sollte ausgeprägten Spürsinn haben, sollte schnell sein, mutig und intelligent.
Früher war der Weimaraner ein Hund, den man auf Grosswild, wie Wölfe, Wildkatzen, Hirsche, Puma, Bären usw. ansetzte. Als dann die Grosswildjagden in Deutschland zur Seltenheit wurden, wurde die Rasse von einem Klub gestützt, der ursprünglich aus ein paar Männern bestand, die die Spezifikation des Hundes ausgearbeitet hatten. Es waren Berufsjäger, die im jadlichen Sinne züchten wollten und nicht um Profit zu ernten.
Folglich war es nicht leicht einen Weimaraner in Deutschland zu kaufen und beinahe unmöglich im Ausland. Man musste Mitglied des Klubs werden, bevor man die Erlaubnis erhielt einen Weimaraner zu erwerben.
Eine Mitgliedschaft im Klub bedeutete für den Anwart, dass er die Zuchtregeln des Klubs, mit Hilfe seines Jagdgeistes in allen Punkten respektieren und in Ordnung halten musste.
Eine dieser Regeln verlangte, dass jegliche Würfe aus Verpaarungen mit rasseungeeigneten Weimaranern keinen Platz im Stammbuch bekamen, eine andere, dass Welpen, auch aus anerkannten Würfen, die in Physik und Temperament nicht den Ansprüchen entsprachen, zu zerstören seien. Darum gab es auch keine Chance für einen Boom der Rasse.
Amerika lernte den Weimaraner im Jahre 1929 kennen, als ein amerikanischer Jäger und Züchter, Howard Knight, Mitglied des Deutschen Weimaraner Klubs wurde. Die Erlaubnis Weimaraner zu importieren, half ihm den amerikanischen Weimaranerklub zu gründen, von dem er der erste Präsident wurde.
Der Klub hat seither alles drangesetzt nach den selben Principien, die im Ursprungsland der Rasse festgelegt wurden, zu verfahren.
Es sollte nebenbei genannt werden, dass die Abschaffung der Grosswildjagd in Deutschland dazu geführt hatte, dass der Weimaraner als Vogelhund verwendet wurde, mit Anwendung auf verschiedene Arten Wild im "upland shooting" und als Wasserretriever auf Grund seines "weichen" Maules.
Sowohl in Deutschland, als auch in den USA ist der Weimaraner seit je her mehr als persönlicher Jagdbegleiter verwendet worden, als als Field-trial Konkurrent.
Obidience hat das Interesse für die Rasse in den USA gesteigert, sogar bevor der Weimaraner im Jahre 1943 vom Amerikanischen Kennel Club anerkannt wurde. So wurde zB.eine Hündin bei drei aufeinander folgenden Shows 1941 für
"CD" (Companion Dog) qualifiziert. Ein weiterer Weimaraner bestand alle Prüfungen - mit Ausnahme vom Tracking-Test, bevor er zehn Monate alt war.
Unglaublicher Weise haben tatsächlich mehr Weimaraner in Wettbewerben verschiedener Art in den Vereinigten Staaten teilgenommen, als in all der Zeit in Deutschland.
Ein Hund mit dem Temperament eines Weimaraners ist nicht glücklich im Zwinger gehalten zu werden. Er ist daran gewöhnt, ein Mitglied der Familie zu sein, und er übernimmt die Verantwortung, die damit verbunden ist.